{"id":1171,"date":"2022-09-03T19:16:00","date_gmt":"2022-09-03T17:16:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.trachtenverein-waldburg.de\/?p=1171"},"modified":"2023-03-31T19:51:22","modified_gmt":"2023-03-31T17:51:22","slug":"tracht-ist-angestaubt-und-altmodisch-das-sehen-zwei-junge-frauen-aus-der-region-ganz-anders","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.trachtenverein-waldburg.de\/en\/tracht-ist-angestaubt-und-altmodisch-das-sehen-zwei-junge-frauen-aus-der-region-ganz-anders","title":{"rendered":"Tracht ist angestaubt und altmodisch? Das sehen zwei junge Frauen aus der Region ganz anders"},"content":{"rendered":"\n<p>Warum das Interesse an der traditionellen Mode steigt und ein Dirndl damit wenig zu tun hat<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.trachtenverein-waldburg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/KatjaLisa-1024x576.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1175\" srcset=\"https:\/\/www.trachtenverein-waldburg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/KatjaLisa-1024x576.png 1024w, https:\/\/www.trachtenverein-waldburg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/KatjaLisa-300x169.png 300w, https:\/\/www.trachtenverein-waldburg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/KatjaLisa-768x432.png 768w, https:\/\/www.trachtenverein-waldburg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/KatjaLisa-1536x864.png 1536w, https:\/\/www.trachtenverein-waldburg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/KatjaLisa.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Auftrittstracht kommt bei Katja Fischer und Lisa Seeger nur f\u00fcr besondere Anl\u00e4sse aus dem Schrank. (Foto: Lisa Seeger\/Schw\u00e4bische.de)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td>Ver\u00f6ffentlicht:<\/td><td>03.09.2022<\/td><\/tr><tr><td>Von:<\/td><td>Schw\u00e4bische.de, Lisamarie Haas<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Finger zusammen, Hand in die H\u00fcfte gest\u00fctzt, l\u00e4cheln: Die Waldburger Trachtenjugend probt den Einmarsch. Die Lederhosen samt Hosentr\u00e4gern, Hemd und Hut und die R\u00f6cke mit Sch\u00fcrze und Schleife sitzen. Der Trachtenverein aus dem Kreis Ravensburg probt wie jede Woche in seinem Vereinsraum unter dem Waldburger Feuerwehrhaus den Volkstanz.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a>Singend, klatschend, tanzend \u00fcben die Kinder und Jugendlichen ihre Choreografien. Ganz genau schauen dabei Katja Fischer und<\/a>\u00a0Lisa Seeger zu, geben Hinweise und sortieren die Kinder ein, wenn sie sich mal in der Choreografie verlaufen haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die beiden 19-J\u00e4hrigen sind die Jugendleiterinnen des \u00f6rtlichen Trachtenvereins. Immer mittwochs treffen sie sich mit dem Nachwuchs und f\u00fchren ihn an den Volkstanz heran. Die jungen Frauen sind selbst schon seit ihrer Kindheit im Verein. Nun engagieren sich Fischer und Seeger in ihrer Freizeit f\u00fcr eine alte Tradition.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Trachtenverband sieht eine Renaissance der Tradition<\/h2>\n\n\n\n<p>Sind Trachten angestaubt und altmodisch? Reinhold Frank nimmt eine Renaissance der Trachten wahr. Als Vorsitzender des baden-w\u00fcrttembergischen Trachtenverband setzt er sich f\u00fcr die Pflege und Erhaltung der Br\u00e4uche, Volkstrachten, T\u00e4nze und Volksmusik ein. Er sieht in den vergangenen Jahren vor allem eine h\u00f6here Akzeptanz der Trachten in der Gesellschaft. Die entstehe auch dadurch, dass Dirndl und Lederhosen im Trend sind. Frank beschreibt es als \u201eTrachten-Hype\u201c, der sich vor allem auf Volksfesten zeige. Dort tragen viele Besucher die typische Bierzelt-Kleidung, um dazuzugeh\u00f6ren, sagt er.  \u201eDas hat dann aber nichts mit unseren traditionellen Trachten zu tun.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Kleidung komme meist aus der Modebranche und nicht wie die originalen Trachten von speziellen Schneiderinnen. Als Konkurrenz betrachtet Frank den Trend aber nicht. \u201eWir wirken mit unserer Tracht dadurch auch normaler als noch vor 20 Jahren\u201c, sagt er.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum das Dirndl nichts mit der\u00a0regionaltypischen Tracht\u00a0zu tun hat<\/h2>\n\n\n\n<p>Dirndl und Lederhosen werden oft in den modischen Trendfarben angeboten und sind relativ weit entfernt von der historischen Tracht \u2013 etwa was die Rockl\u00e4nge betrifft. Das historische Dirndl, das um 1900 aufkam, hatte wie die in Baden-W\u00fcrttemberg regionaltypischen Kleider der Frauen einen kn\u00f6chellangen Rock.<\/p>\n\n\n\n<p>Damals war das Dirndl ein Modeph\u00e4nomen, das aus einer romantisierenden Vorstellung des Landlebens vor allem in den St\u00e4dten in Bayern und \u00d6sterreich getragen wurde. Farben, Schnitte und Hutformen wie der Bollenhut im Schwarzwald oder die Bodensee-Radhaube haben bei historischer Kleidung dagegen eine traditionelle Bedeutung, einen Bezug zum Brauchtum vor Ort. Der Begriff \u201eTracht\u201c kommt vom althochdeutschen Wort \u201etraht\u201c, und bedeutet, \u201edass was getragen wird\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Fr\u00fcher war die Tracht oft Arbeitskleidung, ein Zeichen der Religionszugeh\u00f6rigkeit, aber auch Modetrend und ein Indikator f\u00fcr den sozialen Stand und die regionale Herkunft. Sie wurde im Zuge der kulturellen und modischen Globalisierung weitgehend zur\u00fcckgedr\u00e4ngt, erkl\u00e4rt Reinhold Frank.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber besonders die Heimatverbundenheit wollen die Trachtentr\u00e4ger mit ihrer Kleidung zeigen. \u201eWer die Tracht tr\u00e4gt, pflegt die Kultur und leistet damit ein Bekenntnis zur Heimat. Und die Heimat ist dort, wo ich verstanden werde und Geborgenheit versp\u00fcre.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">In Bayern und im Schwarzwald noch mehr akzeptiert<\/h2>\n\n\n\n<p>Auch Lisa Seeger hat ein Dirndl f\u00fcr Dorf- oder Volksfeste und das hat sie sich auch nach ihrem Geschmack ausgesucht. \u201eDas ist ein Dirndl zum h\u00fcbsch machen, es hat mit dem Kulturellen nicht viel zu tun\u201c, sagt sie. \u201eMan nimmt, was einem gef\u00e4llt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Mehr Akzeptanz f\u00fcr Dirndl und Lederhosen sieht auch Albert Rankel, der beim Waldburger Trachtenverein im Vorstand ist. Seiner Meinung nach ist die historische Tracht in Oberschwaben oder in St\u00e4dten wie Stuttgart aber nicht so akzeptiert, wie beispielsweise in Bayern oder dem Schwarzwald. \u201eDort ist es noch eher normal, dass man eine Tracht zu Hause hat.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Laut Reinhold Frank l\u00f6st die Globalisierung gleichzeitig mehr Interesse an historischen Trachten aus. Dadurch w\u00fcrden sich viele Menschen wieder mehr f\u00fcr ihre Wurzeln interessieren. Der baden-w\u00fcrttembergische Trachtenverband bekommt laut Reinhold Frank immer wieder Anfragen von Menschen, die auf der Suche nach einer bestimmten Tracht sind.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSie wollen wissen, wie die Tracht dort aussah, wo der Opa herkam.\u201c Dar\u00fcber hat der Trachtenverband umfangreiche Dokumentationen und auch bereits ein Buch dazu herausgegeben. 60 Trachtenregionen in Baden-W\u00fcrttemberg sind darin erfasst und ihre historischen Trachten abgebildet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Waldburger Trachtenverein tr\u00e4gt Allg\u00e4uer Gebirgstracht<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Waldburger Trachtenverein geh\u00f6rt zur Region Oberschwaben-Bodensee und wurde in den 1920er-Jahren gegr\u00fcndet. Damals haben sich viele Trachtenvereine in der Region formiert. Schon etwa 45 Jahre fr\u00fcher gab es die ersten Trachtenvereine in Deutschland. Bayerische Auswanderer gr\u00fcndeten in Chemnitz oder Berlin Vereine, um ihre Heimatverbundenheit ausleben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wegen der N\u00e4he zum Allg\u00e4u suchten sich die Waldburger damals f\u00fcr ihren Verein die Allg\u00e4uer Gebirgstracht aus, wie sie auch in Leutkirch und anderen Trachtenvereinen in der Region getragen wird. Es war fr\u00fcher die Arbeitskleidung im Allg\u00e4u bis sie sich im 19. Jahrhundert verlor, weil sich die Weltmode ausbreitete. Die Trachtenvereine bildeten aus dem Verlust eine Gegenbewegung.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.trachtenverein-waldburg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/KatjaLisa-1024x576.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1175\" srcset=\"https:\/\/www.trachtenverein-waldburg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/KatjaLisa-1024x576.png 1024w, https:\/\/www.trachtenverein-waldburg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/KatjaLisa-300x169.png 300w, https:\/\/www.trachtenverein-waldburg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/KatjaLisa-768x432.png 768w, https:\/\/www.trachtenverein-waldburg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/KatjaLisa-1536x864.png 1536w, https:\/\/www.trachtenverein-waldburg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/KatjaLisa.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Auftrittstracht kommt bei Katja Fischer und Lisa Seeger nur f\u00fcr besondere Anl\u00e4sse aus dem Schrank. (Foto: Lisa Seeger\/Schw\u00e4bische.de)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Es gibt in Oberschwaben aber auch regionale Trachten, sogar unterschiedliche in jedem Ort. Dort trug die st\u00e4dtische B\u00fcrgerschicht um 1830 Radhauben aus Palmettenspitze, lange Seidenkleider, Mail\u00e4ndertuch und die M\u00e4nner trugen Dreispitz und einen langen Kirchenmantel.<\/p>\n\n\n\n<p>In Waldburg machte man sich in den 1970er Jahren auf die Suche nach einer lokalen Tracht. Aber die gab es nicht, erkl\u00e4rt Lisa Seeger, weshalb sich die Vereinsgr\u00fcnder f\u00fcr die sportlichere Gebirgstracht entschieden, passend zum auf den Volkstanz ausgelegten Verein.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em>Manche der Kleider sind schon 50 Jahre alt<\/em><\/p>\n<cite>Albert Rankel<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die M\u00e4nner in Waldburg tragen heute eine graue Jacke, am Hut eine Adlerfeder und Bund- oder Lederhose. Die Frauen tragen einen grauen Lodenrock mit einer gr\u00fcnen Sch\u00fcrze, die das Allg\u00e4u und die Berge symbolisieren sollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu kommt das wei\u00dfe, oft selbst bestickte oder vererbte Schultertuch. Die Trachten werden von Katja Fischers Gro\u00dfmutter geschneidert. \u201eManche der Kleider sind schon 50 Jahre alt\u201c, sagt Albert Rankel. Sie werden immer weiter gegeben, vor allem wenn die Kinder herauswachsen. F\u00fcr jeden passt die Schneiderin die Kleidung an.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Viele historische Trachten gibt es in der Region<\/h2>\n\n\n\n<p>Trachtentr\u00e4ger gibt es im S\u00fcdwesten aber nicht nur in Waldburg, auch viele andere St\u00e4dte in der Region haben einen Trachtenverein und eine historische Tracht. Die Lindauer Volkstanzgruppe tr\u00e4gt eine B\u00fcrgertracht aus dem 18. Jahrhundert. Die Schuhplattler tragen aber wie in Waldburg die Lederhose oder die Frauen den k\u00fcrzeren Lodenrock.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.trachtenverein-waldburg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Schultertuch-1024x576.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1174\" srcset=\"https:\/\/www.trachtenverein-waldburg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Schultertuch-1024x576.png 1024w, https:\/\/www.trachtenverein-waldburg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Schultertuch-300x169.png 300w, https:\/\/www.trachtenverein-waldburg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Schultertuch-768x432.png 768w, https:\/\/www.trachtenverein-waldburg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Schultertuch-1536x864.png 1536w, https:\/\/www.trachtenverein-waldburg.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Schultertuch.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>In Friedrichshafen gibt es neben der Gebirgstracht auch die dunkelgr\u00fcne Buchhorn-Tracht. Die Frauen tragen dort auf dem Kopf die sogenannte Bodenseeradhaube, die M\u00e4nner einen breitrandigen Zylinder. In Wangen kleiden sich die Trachtentr\u00e4ger neben der Gebirgstracht auch in die farbenreiche historische Kaufmannstracht aus dem Jahr 1810.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Ostalb tr\u00e4gt man die etwas dunklere schw\u00e4bische Ostalbtracht aus dem 19. Jahrhundert, die die Bauern als Arbeitskleidung trugen. Viele verschiedene Trachtenregionen gibt es auch \u00fcber den Schwarzwald, den Alb-Donau-Kreis und die Schw\u00e4bische Alb verteilt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vereine \u00fcben sich in Volkstanz, Schuhplatteln und Glockenspiel<\/h2>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend des Dritten Reichs wurden regionale Trachtenvereine verboten. Im Nationalsozialismus sollte es nur eine einzige Volkstracht f\u00fcr alle Deutschen geben, die aus Dirndl und Lederhose bestand. Nach dem zweiten Weltkrieg lebte die Trachtenkultur in Deutschland und auch in Waldburg wieder auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Einige M\u00e4nner gr\u00fcndeten den Verein als Schuhplattler-Gruppe neu. Das ist der Tanz der M\u00e4nner in Lederhosen, die H\u00fcpfen und Klatschen kombinieren. Dabei geht es sehr sportlich zur Sache. \u201eBei vielen \u00c4lteren geht das irgendwann nicht mehr\u201c, sagt Albert Rankel, der die Gruppen seit 1981 bei ihren Proben musikalisch auf dem Akkordeon begleitet.<\/p>\n\n\n\n<p>Daneben gibt es heute noch den Volkstanz, die Glockenspielgruppe, die Alphorngruppe und die Goiselschnaltzer \u2013 die mit Peitschen knallen. Doch gerade bei den \u201eBurschen\u201c, die ins Schuhplatteln einsteigen, fehlt es an Nachwuchs. Die w\u00fcrden lieber Fu\u00dfball spielen, vermutet Rankel.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Alter von Katja Fischer und Lisa Seeger sind nur noch wenige dabei. Zehn junge Frauen und vier junge M\u00e4nner sind noch im Verein aktiv. \u201eViele Jugendliche verlassen den Ort nach der Schule und gehen weg zum Studieren\u201c, sagt Rankel.<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz drastisch seien die Mitgliederzahlen in der Corona-Pandemie zur\u00fcckgegangen. Die Kinder- und Jugendgruppe hat vorher 50 Kinder umfasst, heute ist es nur noch die H\u00e4lfte. \u201eMan muss die Jugendlichen bei der Stange halten, sonst h\u00f6ren sie auf\u201c, sagt Lisa Seeger.<\/p>\n\n\n\n<p>Grundschulkinder erreiche der Verein noch eher, aber zwischen den 14-J\u00e4hrigen und den Aktiven klaffe ein Loch. Auch im Alter von 25 bis 40 gibt es nur wenige Mitglieder. Insgesamt hat der Verein 150 Mitglieder, 60 davon sind noch aktiv.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Nicht jeder Verein hat Nachwuchsprobleme<\/h2>\n\n\n\n<p>Laut Reinhold Frank gibt es in Baden-W\u00fcrttemberg rund 65 000 Trachtentr\u00e4ger \u2013 zudem tragen rund 15 000 Kinder und Jugendliche eine Tracht. Nachwuchsprobleme habe nicht jeder Verein, vor allem dort wo ein Fokus auf der Jugendarbeit liege nicht. \u201eDas ist regional sehr unterschiedlich\u201c, sagt er. \u201eEs gibt Vereine, die Probleme haben und kaum noch Mitglieder. Es gibt aber auch solche ohne Schwierigkeiten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das Vereinsleben n\u00e4hrt sich in Waldburg auch aus den gemeinsamen Veranstaltungen. Grillfest, Weihnachtsfeier, Stadtfeste, Auftritte bei Seniorenheimen \u2013 all das fiel w\u00e4hrend der Corona-Pandemie weg. So langsam kommt es wieder, doch noch sei es schleppend, sagt Lisa Seeger.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Ziel, auf das die Waldburger hinarbeiten, sind die Heimattage im kommenden Jahr. Es ist eines der gr\u00f6\u00dften Feste f\u00fcr die Trachtenvereine und findet 2023 in Biberach statt. Die Heimattage erstrecken sich \u00fcber das gesamte Jahr mit mehr als 100 Veranstaltungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Geplant sind laut der Veranstalter, dass dutzende Gruppen und Vereine Trachten aus ihrer Heimat zeigen \u2013 nicht nur aus Biberach und Baden-W\u00fcrttemberg, sondern auch aus der ganzen Welt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Engagement aus Heimatverbundenheit<\/h2>\n\n\n\n<p>Lisa Seeger und Katja Fischer engagieren sich im Trachtenverein, weil sie schon immer dabei sind und die Gemeinschaft sch\u00e4tzen. Aber sie sehen es auch als Aufgabe, mit der sie etwas bewirken k\u00f6nnen. \u201eDie Kinder lernen Hand-Fu\u00df Koordination und verbessern sich\u201c, beobachtet Lisa Seeger. Beide orientieren sich jetzt auch beruflich in die Richtung \u2013 Seeger wird Erzieherin, Fischer will ebenfalls in den sozialen Bereich.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die beiden jungen Frauen ist die Tracht ganz und gar nichts Altmodisches. Sie tragen die Kleidung mit Stolz und zeigen sie auch gerne bei ihren Auftritten, zum Beispiel auf dem Dorfplatz. Und sie sind stolz auf ihre Heimat. \u201eWir wollen auch f\u00fcr den Ort da sein\u201c, sagen sie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum das Interesse an der traditionellen Mode steigt und ein Dirndl damit wenig zu tun hat Ver\u00f6ffentlicht: 03.09.2022 Von: Schw\u00e4bische.de, Lisamarie Haas Finger zusammen, Hand in die H\u00fcfte gest\u00fctzt, l\u00e4cheln: &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/www.trachtenverein-waldburg.de\/en\/tracht-ist-angestaubt-und-altmodisch-das-sehen-zwei-junge-frauen-aus-der-region-ganz-anders\" class=\"more-link\">Continue reading<span class=\"screen-reader-text\"> &#8220;Tracht ist angestaubt und altmodisch? Das sehen zwei junge Frauen aus der Region ganz anders&#8221;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-1171","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles"],"translation":{"provider":"WPGlobus","version":"3.0.2","language":"en","enabled_languages":["de","en"],"languages":{"de":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"en":{"title":false,"content":false,"excerpt":false}}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.trachtenverein-waldburg.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1171","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.trachtenverein-waldburg.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.trachtenverein-waldburg.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.trachtenverein-waldburg.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.trachtenverein-waldburg.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1171"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.trachtenverein-waldburg.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1171\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1177,"href":"https:\/\/www.trachtenverein-waldburg.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1171\/revisions\/1177"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.trachtenverein-waldburg.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1171"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.trachtenverein-waldburg.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1171"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.trachtenverein-waldburg.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1171"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}