Bella Italia – und die Welt zu Besuch in Galliate

Unser diesjähriger Ausflug führte uns in die Region Piemont, genauer nach Galliate in die Provinz Novara. Unsere Gastgeber, die Folkloregruppe Manghin e Maghina veranstaltet alle zwei Jahre ein internationales Folkloretreffen. Gäste aus Weit und Fern sind angereist, zu den Teilnehmern zählten die „Estampas Argentinas“ aus Argentinien, „Nga Uri Te Wai-o-Taiki“ aus Neuseeland, „Sounds of Africa“ aus Kenia, die Gruppe aus „Port Said“ von Ägypten, „Pro Loco Uta“ aus Sardinien und last but not least die Gastgebergruppe Manghin e Maghina.

Bereits kurz nach unsrer Ankunft in Galliate ging es zum ersten Auftritt ins Broletto von Novara, im Arengo (Innenhof) präsentierten wir unser Können vom Schuhplatteln, Goißeln über Alphornbläser bis hin zum Glockenspiel – an diesem Abend begleiteten uns die Gruppen aus Argentinien und Ägypten. Dieses abwechslungsreiche Programm hielten wir bei allen Auftritten bei und zeigten es an der Eröffnungsfeier auf der Hauptbühne im Castello Sforzesco di Galliate – die Hauptbühne war umzäunt von alten und mächtigen Mauern, die eine monumentale Kraft ausstrahlten und uns in die Zeit des Mittelalters versetzte. Alle Gruppen zeigten an diesem Abend zusammen eine Kostprobe ihres Könnens. Das Castello war des Öfteren der Auftrittsort für uns in dieser Woche, wo wir weitere Stücke aus unserem Repertoire zeigten. Neben der Hauptbühne gab es den Schloss-Saal, der uns einen klangtonalen Vorteil für unsere Darbietungen bot und uns mit einer hervorragenden Akustik im Saal entlohnte. Weitere Auftritte nahmen wir im 60 km entfernten Valduggia, auf dem Marktplatz und in den Straßen von Galliate war. Durch die Straßen von Galliate zogen wir ähnlich wie die Rutenfesttrommler und spielten vor den Geschäften und Häuser der Sponsoren. Der Abschluss war am Sonntag in der Kirche Parrocchia Santi Pietro e Paolo und alle Gruppen beteiligten sich an der Gestaltung des Gottesdienstes.

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Kulturell standen wir gegenüber unseren Aufritten nichts nach. Am zweiten Tag besuchten wir zuerst eine Mühle, nicht weit von Galliate und bekamen die Verarbeitung des berühmten Risotto Reises erklärt. Die Region Piemont ist eine der größten Regionen für Reisanbau in Norditalien, somit leider auch der größte Mückenproduzent, was wir täglich unsanft zu spüren bekamen. Nicht weit von der Mühle war eine wunderschöne Wallfahrtskirche, die uns noch so manche Überraschung darbot. Die Wallfahrtskirche von Varallino in Galliate ist aus dem 15. Jahrhundert, mit Werken von Dionigi Bussola (1615-1687), Bildhauer, Lorenzo Peracino (1710-1789), Maler und Via Crucis, Malerei. Im Hauptschiff gab es dann Gänsehaut pur. Ein Spontanchor von uns eröffnete das Spektakel. Danach kamen die Kenianerinnen mit einem Trio und gefolgt mit dem maorischen Chor. Vermutlich hat die Kirche so eine Mischung von besinnlichen Melodien von drei unterschiedlichen Nationen noch nicht erlebt. Am Donnerstagmorgen ging es mit Bus auf Sightseeing Tour nach Orta San Giulo. Ein beschwerlicher und steiler Weg vom Busparkplatz, bei gefühlten 55 Grad Celsius, führte uns auf einen Berg zur Kirche Sacro Monte di San Francesco und belohnte uns mit einem faszinierenden Ausblick auf den Lago d‘Orta und der Klosterinsel di San Giulio. Die Ufer waren gesäumt von steilen Felsen und prächtigen weiße Bauten auf dem Klippenrand. Danach führte uns ein schmaler gepflasterter Pfad, vorbei an der Kirche Santa Maria Assunta, in den Hafen und wir belohnten uns mit einem kalten und leckeren italienischen Eis. Am Samstag stand eine Stadtbesichtigung auf dem Programm und es ging im klimatisierten Bus nach Turin. Die Tour startete zum Turiner Dom, Ziel war das Turiner Grabtuch, leider war der Dom wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Danach zog unser Tross über den Piazza Castello über die Via Garibaldi vorbei an der Kirche wo Papst Franziskus Eltern geheiratet hatten zum Piazza San Carlo. Danach ging es zum Mittagessen und die der Hitze standhielten gingen auf Shoppingtour.  Pünktlich am späten Nachmittag ging es wieder im Bus zurück nach Galliate.

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Ein Highlight waren die gemeinsamen Partys am Abend nach den Auftritten. Die Gastgeber hatten eine tolle Idee indem sie jeden Abend einer anderen Gruppe die Möglichkeit bot typische Spezialitäten, Spiele, Musik und Gesang aus ihrer Heimat anzubieten bzw. aufzuführen. Der interkulturelle Austausch stand klar im Mittelpunkt dieser Party in der  Informationen über Sprache, Gestik, Musik und Tanz übermittelt wurden und gemeinsame Spiele uns noch näher brachten. Der Spaß kam natürlich auch nicht zu kurz. So lernten wir eine maorischen Kriegstanz oder einen Kenianischen Tanz zu Trommelmusik. Jeder Abend hatte so seine eigenen Höhepunkte. So bekamen wir zum Beispiel als Eintrittskarte zum Abend der Maoris ein typisches Tattoo auf den Arm gemalt. Wir stellten uns auch im Nationenkampf. Im sportlichen Wettkampf stellten sich die Nationen im Sackhüpfen, Paarlauf und der Königsdisziplin im Tauziehen. Die Wettkampfarena wurde von den Gastgebern sorgsam ausgewählt und unter schattenspenden Bäumen wurden die Spiele in einem fairen Wettkampf durchgeführt. Der kleine Bach der das Wettkampfareal durchzog wurde kurzer Hand von uns zu den internationalen Wasser- und Nassspritzspielen umfunktioniert, die Abkühlung war eine willkommene Erfrischung für alle freiwilligen und nicht ganz so freiwilligen Aquagladiatoren.

Wir konnten uns wieder auf internationaler Bühne präsentieren und an einem besonderen Ereignis der Vereinsgeschichte teilhaben. Wir haben alle eine bleibende Erinnerung im Herzen und neue Freunde fürs Leben gefunden. Kaum zu glauben, dass das alles schon vorbei ist! Wir warten allen gespannt auf die nächste tolle Reise. Nach dem Motto: „Wenn Trachtler eine Reise tun…“.

An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön für die Einladung von der Folkloregruppe Manghin e Maghina, die wir im Herbst zu unserem Heimatabend begrüßen dürfen.

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